Schweiz-Tournee-2022 – ein Rück- und Ausblick

Liebe Leute

Unsere erste große Schweiz-Tour liegt hinter uns.

Wenn ich zurückblicke, kann ich meine Eindrücke und die meiner Mitmusizierenden wie folgt zusammfassen:
Die ganze Tournee stand unter einem guten Stern. An allen Stationen war die Geistkraft Gottes spürbar am Wirken. Soviel Gastfreundlichkeit, Herzenswärme, echte Begegnungen und echter Austausch mit den Verantwortlichen wie auch mit den Menschen, die zu unseren Konzerten/Andachten kamen!
Aufgrund der an allen Orten erfolgten Resonanz weiß ich jetzt: Die Neue Psalmen in Wort und Melodie sind „stimmig“. Sie „tragen“, sie „berühren“, sie „richten auf“, sie verbinden sich „mit dem eigenen Leben“, sie sind „lebensnah“, „authentisch“, sie „führen nach innen“- „zur Andacht“, sie bilden zusammen mit den Brückentexten „ein Ganzes“, sie sind ein „Gottesdienst“ usw. Das freut mich zutiefst. Egal in welcher Besetzung wir spielen (zu viert, zu dritt, zu zweit oder ich allein), egal, wieviele Leute kommen: die Botschaft der Neuen Psalmen“ in Wort und Melodie spricht für sich selbst. Das alles erlebe ich als eine Art Bestätigung meiner Wahrnehmung, die „Neuen Psalmen“ seien nicht mein Werk, sondern ein „Geschenk von oben“.
Es gab im Laufe der Tournee, Anregungen seitens der Zuhörerschaft wie auch seitens der Veranstalter, wie unser/mein Einsatz z.B. 2023 modifiziert bzw. vertieft werden könnte. Die Rede war u.a. vom Einbringen der Neuen Psalmen im Sonntagsgottesdienst oder im Rahmen von Firmkatechese oder als Workshop zu Themen wie „Liturgische Sprache heute“ u.Ä. Weitere Kontakte führen nach Luzern und Treyvaux. Schauen wir also mal, ob sich eine zweite Tournee-Planung für 2023 entwickelt.

 

Anbei ein paar Eindrücke von unserer Schweiz-Tournee:

Schwiiztour-2022

 

Unser Trio in Luzern

Protest gegen Ukraine-Krieg

psalm 159

mönsche gsuecht
wo ufrächt sind
chrummi
git s scho

mönsche gsuecht
mit zivilcourage
die wo wegluegid
git s scho

mönsche gsuecht
wo muure opfere
muuropfer
git s scho

mönsche gsuecht
wo um s täglich brot bittid
die wo sich s täglich nämid
git s scho

mönsche gsuecht
wo sich is spil bringid
die wo anderi uusspilid
git s scho

mönsche gsuecht
wo gäge d gwalt uufstönd
die wo uf gwalt stönd
git s scho

mönsche gsuecht
wo enand uufrichtid
die wo anderi richtid
git s scho

mönsche gsuecht
wo für de fride läbid
die wo i chriege sterbid
git s scho

mönsche gsuecht
wo de muet händ azfange
die wo fertig sind
git s scho

mönsche gsuecht
wo farbig sind
bruuni
git s scho

mönsche gsuecht
wo d wohret sägid
die wo nüt als lüügid
git s scho

mönsche gsuecht
wo mönsche sind
ich-AGs
git s scho

mönsche gsuecht
wo vo gott ergriffe sind
die wo gott im griff händ
git s scho

gott
DU suechsch
brüedere und schwöschtere
herre aber herre
git s scho

git s
scho
vil vil
zvil


 

psalm 159

menschen gesucht
die gerade sind
krumme
gibt es schon

menschen gesucht
mit zivilcourage
die wegschaun
gibt es schon

menschen gesucht
die mauern opfern
maueropfer
gibt es schon

menschen gesucht
die´s täglich brot erbitten
die sich´s täglich nehmen
gibt es schon

menschen gesucht
die sich ins spiel bringen
die andere ausspielen
gibt es schon

menschen gesucht
die gegen gewalt aufstehn
die auf gewalt stehn
gibt es schon

menschen gesucht
die einander aufrichten
die andere richten
gibt es schon

menschen gesucht
die für den frieden leben
die in kriegen sterben
gibt es schon

menschen gesucht
die mut haben neu anzufangen
die fertig sind
gibt es schon

menschen gesucht
die farbig sind
braune
gibt es schon

menschen gesucht
die die wahrheit sagen
die nichts als lügen
gibt es schon

menschen gesucht
die menschen sind
ich-AGs
gibt es schon

menschen gesucht
die von gott ergriffen sind
die gott im griff haben
gibt es schon

gott
DU suchst
brüder und schwestern
herren aber herren
gibt es schon

gibt
es
schon
genug


 

Kommentar zu Psalm 159:

Der Tod geht um. Der Tod hat viele Gesichter: Egozentrik, Machtgehabe, Lust auf Zerstörung, Lust am Unrechttun, Unterdrückung, Gleichgültigkeit, Ideologien des Hasses, das Verdienen am Elend der Anderen, der Militarismus, der Konsumismus, der Hedonismus, ungerechte Wirtschaftsstrukturen, der Fetisch Wachstum, das Festhalten an Privilegien, die Weigerung, zu lernen und zu reifen usw.

Es sieht böse aus auf der Welt. Die Diktatur der Angst (Terros) breitet sich aus. Sie droht, uns die Kehle einzuschnüren.

Doch in der Zuwendung zum göttlichen Geheimnis erfährt der Psalmist genau das Gegenteil: Er wird aufgerichtet, findet Worte für das Unsagbare und Töne für das Unerhörte und den Mut, die empfangene Botschaft in „die Welt“ hinein- und hinauszurufen oder, wenn nötig, zu schreien.

Im Handumdrehen wird so aus Psalm 159 ein Protestsong: „Gott sucht Menschen, die aufrecht sind, Krumme gibt es schon genug. Gesucht werden Menschen, die für den Frieden leben, die in Kriegen sterben, gibt es schon genug…“

„Christen und Christinnen sind Protestleute gegen den Tod“, brachte es der evangelische Theologe und Pfarrer Christoph Friedrich Blumhardt Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Punkt.